Monatsimpuls von Pater Augustine Vallooran vom Divine Retreat Centre Kerala

 

 

Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen

(Lk. 12,49)

 

 

Der Ton bei POWER 2017 war durch die Botschaft von Papst Franziskus an die Jugendlichen bestimmt. „Liebe junge Freunde, fürchtet euch nicht vor der Zukunft. Habt große Träume. Haltet eure Freude lebendig, sie ist ein Zeichen des jungen Herzens, dass dem Herrn begegnet ist“. Die Jugendlichen, die aus verschiedenen Teilen des Landes und auch aus vielen Ländern der Welt gekommen waren, schienen ein Feuer in ihren Herzen zu haben, Jesus als dem Herrn und Retter ihres Lebens zu begegnen. Obwohl sie eher lässig und gleichgültig aussahen, als sie in das Exerzitienzentrum kamen, so war die Suche nach einer tieferen Beziehung mit dem Herrn doch offensichtlich, als die Exerzitien voranschritten. Die absolute Stille, mit der sie den Vorträgen zuhörten, die Intensität der Konzentration, mit der sie an der Eucharistischen Anbetung teilnahmen, die aufrichtige Offenheit, mit der sie die Seelsorgegespräche annahmen und der Eifer, mit dem sie sich auf die Beichte vorbereiteten- alles drückte dieses außergewöhnliche Verlangen nach einer Gottes- Erfahrung aus.

 

„Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen“ (Röm. 5,5)

 

Der Hl. Johannes spricht über die Begegnung von Andreas mit Jesus. Jesus lud ihn ein: „Kommt und seht“ (Joh. 1,39). Die drei Jahre ihres Lebens, die sie mit Jesus verbrachten, führte sie zu einer großen Hingabe an den Herrn, die so weit ging, dass sie bereit waren für den Herrn zu sterben. Die Vorträge und Zeugnisse waren darauf ausgerichtet, jeden der Teilnehmer herauszufordern, sein Leben Jesus zu übergeben. Sie wurden zu der Frage geführt, die Jesus dem Simon Petrus stellte: „Liebst du mich mehr als diese?“ Einige von ihnen waren über diese Frage erschüttert, andere wegen ihrer sündhaften Vergangenheit betreten. Wieder andere fürchteten sich, zu antworten, doch als die Tage vergingen, wurden alle von der großen Liebe ergriffen, mit der sie sich vom Herrn gehalten fühlten. Sie bekamen eine Sicherheit geschenkt, dass der Heilige Geist Gottes fortfahren wird, sie zu verwandeln. Chamathka aus Sri Lanka legte dieses Zeugnis ab: „Das Wort Gottes, das ich empfing, gab mit den Mut, meiner Familie und Anderen zu verzeihen. Ich fing an, sie zu lieben. Gott gab mir besonders die Kraft, meine Vergangenheit zu vergessen, die ich nicht loslassen konnte. Diese Exerzitien eröffneten mir, was wirklich Liebe ist, nämlich die Liebe Gottes“.

Diejenigen, die sich von Anderen betrogen und belogen fühlten und nun starke Rachegefühle hatten, bekamen die Kraft, allen zu vergeben, als sie das Mitleid und Erbarmen des Herrn erfuhren. Für lange Zeit hatten sie gedacht, dass sie verdammt waren mit den negativen Erfahrungen ihrer Vergangenheit zu leben. Als der Herr diese Last von ihnen nahm, spürten sie die Freude, geliebt zu sein.

 

Anjali, ein Teenager aus Bombay bezeugt: „Es fühlt sich gut an, von der Last befreit zu sein, die ich für so viele Jahre getragen habe“. Ajay aus Chennai gab sein Zeugnis: „Nach vier Jahren lächelt mein Herz, denn ich bin ein neuer Mensch“.

 

„Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes“ (Kol. 1,13)

 

Für viele Jugendlichen war die Erfahrung des Seelsorgegespräches und der Beichte eine entscheidende Wende ihres Lebens. Theresa aus Bangalore drückt die Intensität ihrer Erfahrung aus: „Ich bin von meinem vergangenen Leben frei geworden. Ich bin sehr verändert und habe die Nähe Gottes erfahren. Jesus hat mich von meinem Ärger über vieles geheilt“. Jinoy drückt seine große Freude so aus: „Nach acht bis zehn Jahren habe ich eine aufrichtige Beichte abgelegt. Danach habe ich meine Unterhaltung mit Gott genossen“. Prajwal aus Bangalore bezeugt: „Ich habe ein brennendes Feuer in meiner Brust gespürt. Dann sah ich Jesus, der die Beichte hörte“. Dr. Denise aus Goa spricht von ihrer großartigen Erfahrung: „Der speziellste und erfüllende Moment der Exerzitien war der Moment, als ich spürte, wie ein schweres Gewicht von meiner Brust genommen wurde. Ich fühlte mich leicht und frei“.

Diese befreiende Begegnung mit dem Herrn hat viele der Teilnehmer dahin geführt, eine lebensverändernde Entscheidung für die Zukunft zu treffen. Als sie einmal den Herrn getroffen hatten, konnten sie kein weltliches Leben mehr führen. Sie waren tief überzeugt, dass die Wege des Fleisches einem Leben in Fülle, die Fülle berauben würden. Ich erinnere mich an einen jungen Mann, der mir seine Erfahrung anvertraut hat. Er war ein Ingenieur, der in einer Abteilung der Regierung arbeitete. Er war seit drei Jahren verheiratet und lebte mit seiner Frau und einem Baby zusammen. Vor seiner Ehe hatte er eine Affäre mit einem Mädchen, die mit ihm zum College ging. Doch nach dem College Abschluß entschied sie sich aus verschiedenen Gründen einen reicheren Freund zu heiraten. Er fühlte sich gedemütigt und betrogen. Nachdem dieses Mädchen zwei Jahre verheiratet war, fühlte sie sich furchtbar und abgelehnt. Denn ihr Ehemann, ein Geschäftsmann, hatte keine Zeit für sie. Sie fühlte sich aus seiner Welt ausgeschlossen. In ihrem Schmerz und ihrer Frustration wandte sie sich an ihren Exfreund, der ein verständnisvoller Zuhörer war. Doch obwohl er ihr zuhörte, spürte er keine Sympathie für sie. Er war höflich, doch wann immer sie zu ihm kam, spürte er gleichzeitig einen schrecklichen Ärger auf sie. Seine Wut und seine Rache verleiteten ihn zu einer lüsternen Beziehung mit ihr. Doch tatsächlich war er doch verheiratet. Er kam mit dieser schweren Last der Schuld und des Hasses zu den Exerzitien. Er ging zur Beichte. Er fand den Priester sehr freundlich und voller Mitleid. Doch gleichzeitig forderte der Priester ihn heraus, aus dieser hässlichen Beziehung herauszukommen und sich komplett zu trennen. Der Priester sagte ihm auch, dass es seine Mission sei, dieser Mitschülerin zu sagen, dass sie mit ihrem Mann leben solle und für ihn beten solle, damit er seine Ehe ernst nehme. Dieser Mann war glücklich, dass ihm verziehen wurde und er von der Last der Schuld befreit wurde, doch die Herausforderung, die vor ihm stand, war furchterregend. Er zögerte.

 

Während des Gebetes um Innere Heilung gab der Herr ihm die Gnade und die Kraft, den Willen Gottes anzunehmen. Er weinte sich aus. Als er diese Entscheidung getroffen hatte, bekam er tiefen Frieden und großen Mut, seine Mission kühn zu erfüllen.

 

„Wenn wir leben, leben wir dem Herrn“ (Röm. 14,8)

 

Durch die wunderbare Vorsehung Gottes führte das Teilen des Wortes Gottes seitens der Prediger die Teilnehmer dazu, mit großer Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Viele der jungen Menschen, die ihre Orientierung im Leben verloren hatten empfingen eine neue Vision. Sie entschieden sich, Gott als den König ihres Lebens einzusetzen. Agnes aus Goa bezeugt: „Ich habe mich entschieden, Jesus zu erlauben, die Kontrolle über mein Leben zu übernehmen und aufzuhören in Furcht und Zweifel zu leben, indem ich auf Jesus vertraue. Trotz aller Fehler meiner Vergangenheit bin ich überzeugt, dass Jesus meine Hingabe annehmen wird“. Nathania aus Goa erklärt: „Ich habe gelernt, Gott zum Zentrum meines Lebens zu machen und in meinem christlichen Leben stark zu sein“.

Während der Eucharistischen Anbetung gab es eine Botschaft durch eine Vision, dass sieben junge Männer als Priester erwählt und drei junge Frauen zum Ordensleben berufen sind. Es gab einen enthusiastischen Applaus der Jugendlichen. Später kamen Jugendliche zu den Priestern und Predigern, um ihnen zu sagen, dass sie eine tiefe Sehnsucht haben, ihr Leben ganz Jesus hinzugeben. Ein junger Mann kam zu mir, um mir zu sagen, dass er seit langer Zeit diese Sehnsucht in seinem Herzen trug, ins Seminar zugehen, um Priester zu werden, doch er widersetzte sich immer. Einerseits war er einer der Besten an der Universität und seine Zukunft in der Welt erschien ihm großartig. Zweitens hatte er sehr enge Freunde  und spürte eine besondere Anziehung zu einem Mädchen, wo er auch schon einige Male darüber nachgedacht hatte, sie zu heiraten. Doch während der Exerzitien wurde er zutiefst von der Liebe zum Herrn erfüllt. Er bekam die Bestätigung für seine Berufung zum geweihten Leben. Als er einmal die Entscheidung getroffen hatte, war er absolut glücklich, und seine weltlichen Ziele aufzugeben, war keine belastende Aufgabe mehr für ihn.

 

„Er verbindet ihre schmerzenden Wunden“ (Ps. 147,3)

 

Die Macht der Liebe Gottes, die in die Teilnehmer floss, brachte auch Veränderungen in ihrem Körper. Die Evangelien erzählen uns, dass diejenigen, die um Jesus versammelt waren, die heilende Kraft spürten, die vom Herrn in sie floss. Die blutflüssige Frau spürte diese Kraft, als sie sich austreckte und das Gewand Jesu berührte (Mk. 5, 29). Der wassersüchtige Mann fühlte sich befreit (Lk. 14,4). Der Gelähmte von  Bethesda spürte es in seinen Gelenken (Joh. 5,9). Bartimäus fühlte es in seinen Augen (Mk. 10,52). Das Heilen der Kranken nahm im Dienst Jesu einen großen Platz ein. Denn durch diese wunderbaren Heilungen wurde die rettende Mission Jesu realisiert und manifestiert.

 

 

Der Hl. Lukas erzählt uns, dass Johannes der Täufer seine Jünger zu Jesus geschickt hat, um ihn zu befragen, ob er der wahre Messias war. Als die Jünger Jesus begegneten, heilte der Herr viele Menschen von ihren Krankheiten und trieb böse Geister aus und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. Jesus sagte also den Jüngern von Johannes dem Täufer: „Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet“ (Lk. 7,18-22). Jesus zeigte diese wunderbaren Heilungen als einen klaren Beweis, dass er der Retter der Welt war, der vom Vater gesandt worden war. Wo auch immer das Wort Gottes verkündigt wird und Jesus als Messias angenommen wird, da finden auch wunderbare Heilungen statt. Raghu aus Chennai bezeugt: „Ich wurde von meinem Atemproblem befreit, an dem ich seit dreiundzwanzig Jahren gelitten habe“. Antony aus Karnataka bezeugt, dass er von starken Rückenschmerzen geheilt worden ist. Als die Menschen während der Exerzitien eingeladen wurden, Zeugnis abzulegen, gab es eifrige Rückmeldungen von den Jugendlichen, die nach vorne kamen und ihre persönliche Berührung mit Jesus, der sie geheilt hatte, erzählten.

Am Ende der Exerzitien gingen alle mit großen Erinnerungen der Liebe Gottes nach Hause. Darsela aus Sri Lanka beschreibt seine überwältigende Erfahrung: „Diese Exerzitien sind das beste Geschenk, dass ich jemals in meinem Leben bekommen habe. Es ist der Wendepunkt meines Lebens. Das Gefühl vom Allmächtigen Gott geliebt zu sein, ist umwerfend. Ich weiß, dass ich für Jesus meinen Herrn etwas Besonderes bin“.

Dieses freudige Ereignis ihres Lebens hat viele Andere ermutigt, diese Botschaft an alle um sie Versammelten zu verbreiten. Mahesh aus Goa hat sein Zeugnis: „Diese Exerzitien sind eine der größten Erfahrungen für mich. In meinem Leben möchte ich die Botschaft an meine Freunde weitergeben, dass ich einen Freund habe, der Jesus heißt und ohne ihn mein Leben leer ist. Er ist mein Retter“. Diese neu entdeckte Fülle des Lebens hat eine neue, große Freude in die Herzen der jungen Menschen gebracht. Die Worte von Papst Franziskus sind wahrlich prophetisch: „Haltet die Freude lebendig, sie ist ein Zeichen des jungen Herzens, das dem Herrn begegnet ist“. Der Papst fordert die Jugendlichen heraus: „Liebe junge Menschen, ihr seid die Hoffnung der Kirche“. Wenn ich die leuchtenden Gesichter der jungen Männer und Frauen, die nach den Exerzitien nach Hause zurückkehrten anschaue, dann kann ich bestätigen, dass die Zukunft der Kirche wahrhaftig leuchtend ist.

 

 

 

Gebet:

Herr Jesus, deine Liebe ist ein Feuer.

Wir danken dir für die großartige Erfahrung deiner Liebe während der Power Konferenz.

 

Du hast die Herzen der Jugendlichen mitgerissen,

sie von den Lasten ihrer Sünde und Traurigkeit gereinigt.

Du hast sie in deiner herrlichen Güte geformt,

damit sie als Lichter in dieser Welt zu deiner Ehre scheinen.

 

Herr, wir beten, beschütze sie, damit sie, obwohl sie in dieser Welt sind, immer die Kraft in deinem Wort finden und nicht im Strom der weltlichen Vergnügungen gefangen werden.

 

Möge der Same, der in diesen Exerzitien gesät ist,

ihnen Trost und Kraft in den einsamen und schwierigen Momenten geben.

 

Möge die Freude, mit der du sie durchflutet hast,

sich wie ein heilendes Feuer in ihren Familien und

bei den Freunden und bis an die Enden der Erde verbreiten.

 

Herr Jesus, möge dein Name in der ganzen Welt

durch das Leben der Erwählten gepriesen werden.

Amen.

 

 

Archivierte Monatsimpulse

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